Die Spielzeit 2018/19 zurück Back to the previous page

I LOVE DICK
Von Chris Kraus
Regie: Friederike Heller
Ab 22. September 2018

Liebe ist keine Privatsache. Öffentlich Frau zu sein ist das Allerrevolutionärste auf der Welt. Vielleicht ist Schizophrenie keine Krankheit, sondern die einzig mögliche Form, der Welt zu begegnen? Mit I LOVE DICK feiert Chris Kraus zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung einen Welterfolg: Ein Roman zwischen schonungslosem Selbstexperiment, künstlerischem Manifest, «concept fuck» und Liebesgeschichte jenseits von Hollywood.

KÖNIG UBU
Von Alfred Jarry
Regie: Alexander Eisenach
Ab 10. Oktober 2018

Achtung! Da flitzt Jarry, erster allgemeiner Bürgerschreck. Aus seinem kurzen Erdenleben im Paris der Jahrhundertwende hinterliess er uns den obszönen, durchgeknallten König Ubu, der mit dem Wort «SCHREISSE» die Bühne betritt – die Geburt des Diktators aus dem Geiste Jarrys Physiklehrers. Ubu ist ein Anarcho auf dem Thron, an dem man neben zeitgemässer Grässlichkeit auch diverse sympathische Frechheiten wiedererkennen kann, die man sich selbst kaum erlaubt. – Ubu, c’est moi.

HULLA DI BULLA
Von Franz Arnold und Ernst Bach
Regie: Wojtek Klemm
Ab 24. November 2018

Verwechslung Täuschung Schwindel ist Komödie – nur, was hier verwechselt wird, ist nicht die Ehefrau mit der Geliebten, sondern Fakten mit Fake und Fake mit Fake, und alles auf dem grossen Tanzboden der Geschichte 1918/2018. Nur den König Abdur di Bulla aus Hamudistan, der Berlin besucht, gab es wirklich – der Rest der Wirklichkeit bröckelt weiter.

FESTIVAL UNDERNATIONAL AFFAIRS
Theater, Lecture, Talk - Crossroads 1918/2018
Dezember 2018
Mit: Yesim Özsoy, Ferdi Çetin von GalataPerform, Istanbul
Gergana Dimitrova, Zdrava Kamenova von The Red House, Sofia
Yiorgos Valais, Prodromos Tsinikoris von Experimental Stage/-1, Athen
Maxim Gorki Theater, Berlin
Natascha von Steiger vom Theater Neumarkt, Zürich, u.v.m.

100 Jahre liegt das Ende des Ersten Weltkriegs zurück, aber seine Geschichte der Gewalt zeigt noch immer ihre Folgen. Aus multiethnischen Staatengebilden wurden Nationalstaaten, die sich nach Vertreibungen und ethnischen Säuberungen homogen hielten. TheaterkünstlerInnen aus Sofia, Athen, Istanbul und Zürich – alle wie das Theater Neumarkt Mitglieder des europäischen Theaternetzwerks Undernational Affairs – graben sich in die Geschichte der Vertreibungswellen zwischen 1918 und 1932. Mit «Haunted House» präsentiert das Netzwerk seine erste städteübergreifende Produktion und eine multilokale Koproduktion über die Unmöglichkeit, eine Nation «rein» zu halten. Nach der Premiere am War or Peace Festival am Maxim Gorki Theater in Berlin zeigt das Theater Neumarkt die drei Theaterabende an einem Festivalwochenende, das den bis heute wirkenden Konfliktlinien des ersten Weltkrieges nachgeht.

VERNON SUBUTEX
Nach der Trilogie von Virginie Despentes
Regie: Peter Kastenmüller
Ab Januar 2019

20 Jahre lang führte Vernon Subutex einen angesagten Plattenladen in Paris, dann kam die CD, dann die Digitalisierung. Und aus dem lässigen Typen, der mit Party, Popmusik und draufgängerischem Sex ohne weitere Sinnfragen oder gar politische Analyse auskam, wird ein mittvierzigjähriger Obdachloser mit ganz neuen Perspektiven auf die Stadt und ihre Menschen. Virginie Despentes hat ein grosses, sensibles und wütendes Gesellschaftspanorama über das Leben nach dem Rock ’n’ Roll geschrieben. Über persönliche Lebenstragödien, nationale Ängste und die politische Einfalt ihrer Generation. Sittengemälde hiess so etwas bei Balzac.

TRAUMSTADT - DIE SKULPTUR
Ein Theatermarathon des Neumarkt: Mai/Juni 2019
Mit dem Ensemble des Theater Neumarkt: Marie Bonnet, Hanna Eichel, Sarah Sandeh, Martin Butzke, Simon Brusis, Miro Maurer und Tom Schneider, Peter Kastenmüller, Markus Öhrn, Heike M. Goetze, Jacques Palminger, Carsten «Erobique» Meyer, Nora Abdel-Maksoud, Sandra Hüller und vielen anderen uns verbundenen Künstlern und Künstlerinnen.

Wir befinden uns in der letzten Spielzeit dieser Intendanz und so feiert das Theater Neumarkt mit TRAUMSTADT–DIE SKULPTUR ein grosses Finale: Vier Wochenenden, an denen zwischen 12 Uhr mittags und 4 Uhr morgens in unserem Haus und der ganzen Stadt Zürich eine begehbare Theater-Skulptur entsteht. TRAUMSTADT–DIE SKULPTUR versteht den Abschied, der hier gefeiert wird, als Provokation, als Sprungbrett, das das Theater, seine Mitarbeiter und seine Zuschauer nach vorne treibt mit dem Auftrag: Öffnen statt Schliessen. Für TRAUMSTADT–DIE SKULPTUR entwickeln wir grosse und kleine Neuproduktionen, wir greifen aber ausdrücklich auch auf Projekte, Produktionen und Verbindungen zurück, die wir in den letzten Jahren erarbeitet haben. Stücke, Szenen und Bühnen sollen recycelt, neu inszeniert, verwandelt werden. Fragen und Themen der vergangenen Spielzeiten tauchen in veränderter Perspektive wieder auf. Denn der Rückblick auf fünf Jahre kreist auch ein, wie sehr sich die politische Weltlage zugespitzt hat. Ein theatraler Arbeitstand des Unsichtbaren und Zukünftigen von unseren KünstlerInnen in THEATERTOTAL/KUNST gegossen.

Weitere Stücke: Trump Card Daisey—Café Populaire Abdel-Maksoud—Panikherz Stuckrad-Barre—Der Mensch erscheint im Holozän Frisch—Planet Trillaphon Foster Wallace

Neue Reihen: Das Ende der Sicherheit Moumouni—Gefragt Gewagt Vertieft Kulaçatan

Reihen und Partner: Die Katze aus dem Sack; Ein neues Stück Minitheater Hannibal—Hottinger Literaturgespräche Linsmayer—Zürich LiestTachles Reden Omanut—Unerhört Jazzfestival—Die Wochenzeitung WOZHerz & Kohle

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