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I love dick

Von Chris Kraus

In der Übersetzung von Kevin Vennemann

Chris Kraus, experimentelle Filmemacherin macht über ihren Mann, den Soziologen Sylvère Lotringer die Bekanntschaft mit Dick – Typ Cowboy. Dick wird zu ihrer Obsession. Gemeinsam mit Sylvère beginnt sie einen abstrakten Konzept-Fuck: eine Art Selbstversuch im Labor der Emanzipation. Sie verfassen Briefe, deren Inhalte sich irgendwo zwischen Kulturkritik, Psychoanalyse und Belletristik bewegen. Die Tatsache, dass Dick nur sehr zurückhaltend antwortet, verwandelt seinen Anrufbeantworter und seinen Briefkasten in eine beinahe leere Fläche, auf die die beiden ihre Fantasien projizieren. Durch ihren Eroberungsversuch beginnt für Chris eine taumelnde und gleichzeitig absolut konsequente Erforschung ihrer eigenen Person: Damals kam sie mit Sylvère zusammen, weil ihr klargeworden war, wie sie ihm dabei helfen konnte, sein Leben in den Griff zu kriegen. Und sie fühlt sich nun zu Dick hingezogen, weil sie sieht, wie er ihr dabei helfen kann, ihr Leben auseinanderzunehmen… Als «Phänomenologie des einsamen Mädchens» hat Chris Kraus ihre Autofiktion bezeichnet, die nun in der Neuauflage und der Verfilmung durch Jill Soloway nach beinahe 20 Jahren Verspätung ihren grossen Erfolg feiert. Die scheinbar persönliche Neurose wird zu performativer Philosophie ganz nach dem Motto der Künstlerin Hannah Wilke: Wenn es Frauen bislang nicht gelungen ist, «universelle» Kunst zu machen, weil wir im «Persönlichen» gefangen sind, warum universalisieren wir dann nicht das «Persönliche» und machen es zum Thema unserer Kunst?
 

Mit: Hanna Eichel, Martin Butzke, Ulrich Hoppe
Regie: Friederike Heller
Raumadaption/Kostüme: Sabine Kohlstedt
Musik: Peter Thiessen
Dramaturgie: Ralf Fiedler, Angela Osthoff

Premiere: Sa 22. September, 20.00 Uhr, Saal

TICKETS für Vorstellungen am:
Sa 22. Sep., 20.00 Uhr

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