Neumarkt Maximus

Zürich eröffnet ersten CIRCUS MAXIMUS nördlich der Alpen! Politik als Showbusiness, 250 000 Plätze, die Stimme des Volkes laut und unverfälscht, absolute Macht, die Beifall sucht, Jubel und Parteien, ungebremste wirtschaftliche Konkurrenz, Wettkämpfe und Spiele auf Leben und Tod, Haut und hardcore, no fake! Das war Rom. – 1000 Jahre später ein idyllischer Klostergarten, gepflegt von gemüseanbauenden Mönchen – heute eine menschenleere Kulisse mitten im grossstädtischen Moloch. Was für ein Ort!

UNTERWERFUNG
Nach dem Roman von Michel Houellebecq
Regie: Katrin Hentschel
Premiere am 23. September 2017
Frankreich 2022: Die Zeit nach Macron. Der Kandidat der Islamischen Bruderschaft wird Präsident. Und das triste Leben von François, Professor für französische Literatur, nimmt nach schwerer Krise eine ungeahnt heitere Wendung in der neuen polygamen Welt. – «Islam» heisst «Unterwerfung».

ADULTS IN THE ROOM
My Battle with Europe's Deep Establishment
Das Ensemble performt Yanis Varoufakis’ neuesten Bestseller
Premiere am 27. September 2017
«Die grössten politischen Memoiren aller Zeiten» The Guardian
Danke Griechenland! Die französischen und deutschen Banken sind gerettet. Ex Finanzminister Yanis Varoufakis über Sarkozy, Lagarde, Merkel und Schäuble, die undurchsichtige Welt der Finanzaristokratie und die wahren Hintergründe des Griechenland-Bail-outs.

MEISTER UND MARGARITA
Von Michail Bulgakow
Regie: Peter Kastenmüller
Premiere am 10. Oktober 2017
Im Moment grösster Gefahr, Moskau 1929, beginnt Bulgakow seinen überragenden, überbordenden und bahnbrechenden Roman über den Teufel, Pontius Pilatus, einen Meister-Schriftsteller und seine Geliebte zu schreiben – und entfesselt die bösen rauschhaften Kräfte der Phantastik als letzten Halt in einer unfassbar gewordenen, «gesäuberten» Welt.

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER
Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch
Regie: Heike M. Goetze
Premiere am 25. November 2017
Da bitte dreissig Fässer Benzin, hier bitte die Zündschnur und hast du mal Feuer? Die Legende vom rechtschaffenen Gutmenschen, der trotz aller Warnungen und Offensichtlichkeit des Bösen den Brandstiftern die Türen öffnet, lässt sich drehen und wenden, wie man will. Er ist Opfer und Täter.

Neumarkt Globe

«Noch immer riecht es hier nach Blut.» Mit seinen Stücken zu den «Rosenkriegen» hat Shakespeare ein Theatermodell entwickelt, das aktuelle Geschichte erzählen kann: Vergangengheit, wie sie in die Gegenwart hineinragt, zugleich politische Reportage und grosses Drama. Mit Serien wie «House of Cards» wird heute prominent an dieses Format angeknüpft. Wenigstens bis der Hauptdarsteller Kevin Spacey von seiner eigenen Geschichte eingeholt wurde. Shakespeare hat über seine jüngere Vergangenheit geschrieben. Sein Thema: Usurpation. Und die Angst vor weiterer Usurpation. Die Krone ist jetzt ein Ding, das seinen Besitzer wechseln kann. Macht kann man sich aneignen, offenbar wird sie nicht mehr für alle Zeiten allein von Gott verliehen. Konkret verhandelt wird die Vorgeschichte der Tudors, der damals herrschenden Dynastie – ein heikles und ausserordentlich gefährliches Terrain: Selbst durch Usurpation auf den Thron gekommen, fürchtete das Haus Tudor nichts mehr als neue Usurpation. Damit thematisierten die «Rosenkriege» das grosse politische Tabu ihrer Zeit. In verschiedenen Arbeiten, Umschreibungen, Adaptionen und einer Uraufführung widmet sich NEUMARKT GLOBE dieser Traditionslinie, die das Feld des modernen politischen Dramas absteckt.

DIE HAUPTSTADT
Von Robert Menasse
Regie: Tom Kühnel
Uraufführung am 18. Januar 2018
«Ein Triumph» NZZ am Sonntag
Menasse macht nicht allein europäische Bürokratie literaturfähig, er schafft es auch, die EU als lebendigen Organismus von Menschen für Menschen darzustellen. Aber anders als in seinen politischen Essays ist sein Roman keine simple Verteidigung der europäischen Idee, sondern eine existenzielle Auseinandersetzung. Heftig angeregt wird das Nachdenken über ein mögliches nachnationales Europa.

URBAN PRAYERS ZÜRICH
Konzept und Künstlerische Leitung: Björn Bicker, Malte Jelden
Stadtprojekt gefördert und im Rahmen von ZH-REFORMATION.CH
Premiere am 03. März 2018
Eine Stadt, 7 Glaubensorte, 7 Welten, 7 Aufführungen und ein Chor gläubiger Bürger. In Zürich leben heute unzählige religiöse Gemeinden auf engem Raum. Diese Vielfalt bedeutet Konkurrenz, Abgrenzung und multireligiöses Miteinander. Wie werden wir in Zukunft zusammen leben? Eine andere Reise durch Zürich.

THE GREAT TRAGEDY OF FEMALE POWER
Ein Projekt mit Texten von William Shakespeare, Lady Gaga und deiner patriarchal geprägten Dominanz
Regie: Pınar Karabulut
Premiere am 09. März 2018
William Shakespeare, einer der ersten queeren Autoren Europas, schuf mit seinen Rosenkriegen einen Zyklus über Macht und deren Aneignung. Von Shakespeares crossdressing-Tradition, gepaart mit einem genderfluiden Ansatz, gelangen wir von den Königsdramen zu den Königinnendramen, in denen sich neue Männlichkeiten definieren dürfen. Inspiriert von der Zielstrebigkeit Richards III, versucht eine Frau das Ancien Régime des Patriarchats aufzulösen, es neu zu empowern. 

EINGEROCKT UND AUSGESUNGEN
Ein fernes Lied aus Zwinglis Kindheit
Von und mit Claudia Carigiet und Jürg Kienberger
Gefördert und im Rahmen von ZH-REFORMATION.CH
Premiere am 16. März 2018
In einer fiktiven Biografie beschreiben Claudia Carigiet und Jürg Kienberger Zwinglis musikalische Kindheit in Wildhaus und seinen anfangs widerwillig beschrittenen Weg zum Reformator. In der Einsamkeit in Weesen hatte Zwingli Zeit, sich mit allen möglichen Musikinstrumenten zu beschäftigen.

EINE SAUMÄSSIGE REISE UM DIE WELT VERKEHRTHERUM
Von und mit Minitheater Hannibal
Premiere am 25. März 2018
In einem wahn-witzigen und vor allem wahnsinnig witzigen Mega-Trip umrunden die Sprech-Künstler und Spiel-Artisten vom Minitheater Hannibal den eh schon schnell sich drehenden Globus. Sicher ist jetzt schon: Sie werden keine 80 Tage brauchen.

Neumarkt City

CAFE POPULAIRE
Text und Regie: Nora Abdel-Maksoud
Uraufführung am 27. April 2018
In der Kleinstadt Blinden steht das Gasthaus zur Goldenen Möwe. Aus der guten alten Zeit, in der oben und unten, links und rechts noch Orientierung gaben, hat es sich seinen Ruf als feucht-fröhliche und kulturelle Zentrale der Stadt und Treffpunkt der Blindener Arbeiter herübergerettet. Nur ist die Möwe arg in die Jahre gekommen. Klassen gibt‘s offiziell nicht mehr. Und wer geht für ein bisschen Kultur schon vor die Tür, wenn online die Welt zur Serie erklärt wird. Droht das Schicksal aller renovierungsbedürftigen Häuser: Kette, Supermarkt oder Apartmenthaus? Aber da ist Svenja, heart of the city of Blinden, von Beruf Hospiz-Clown, ein guter Mensch, die es aber heutzutage nicht leicht hat, mit ihren weltverbessernden Anliegen durchzudringen. Also versucht sie es mit einer Zweitkarriere als youtube vloggerin und verbreitet Anleitungen für antidiskriminatorischen Humor. Achtung: Nur 8 Follower, 4 davon bereits verstorbene Hospizgäste. Als Svenja von einer Neu-Ausschreibung für die Möwe erfährt, schlägt ihre Stunde. Sie tritt den Kampf an um den zukünftigen Besitz des Gasthauses. Im Moment des wichtigsten Auftritts – dem Pitch für ihr neues Möwen-Konzept – fährt der Blitz in sie. Besser gesagt «Der Don» – eine Art Alter Ego, eine böse Abspaltung ihrer selbst, der Arme, Arbeiter, working poor, die Schwächsten der Stadt entschieden verachtet – und plötzlich steigen auch die Klickzahlen. Da kommt Freude auf, mindestens Schadenfreude – bestenfalls eine Vorstufe von Gerechtigkeit.
Nora Abdel-Maksoud, für ihre letzte Arbeit «The Making-of» vom Fachmagazin Theater Heute als Nachwuchsregisseurin des Jahres 2017 und mit dem Kurt Hübner Preis 2017 ausgezeichnet, inszeniert ihr eigenes Stück und damit erstmalig am Theater Neumarkt.

PANIKHERZ
Von Benjamin von Stuckrad-Barre
Regie: Peter Kastenmüller
Schweizer Erstaufführung
Er wollte genau da rein: zu den Helden, in die rauschhaften Nächte – dahin, wo die Musik spielt. Erst hinter und dann auf die Bühne. Unglaublich schnell kam er an, stürzte sich hinein und ging darin fast verloren.
«Dieses Buch dürfte es eigentlich nicht geben. Nicht wenn es nach den Dämonen ginge, die die Herrschaft über Benjamin von Stuckrad-Barres Körper übernommen hatten und ihn in einen jahrzehntelangen Suchtstrudel hineinredeten, in eine Abwärtsspirale des Selbsthasses aus Drogen und Bulimie. Und dieses Buch dürfte es auch nicht geben, wenn es nach den Tugendwächtern der Literaturbranche ginge, denen Stuckrad-Barre bis heute zu schnöselig ist, zu schnell, zu groupiehaft, zu witzig. Er trug einfach immer zu schmale Krawatten für den breitbeinigen deutschen Normenkontrollrat. Pop? Ja. Aber Literatur? Doch wohl, hüstel, eher nicht. Nun ist, genau 18 Jahre nach seinem Debüt Soloalbum, aber doch sein ‹Greatest Hits›-Album aus ihm erwachsen, ein Roman, von dem niemand mehr glaubte, dass er je erscheinen würde, am wenigsten der Autor selbst…» Die Zeit

SCHOOLS OF NORMAL 2 – EIN THEATRALER SCHÜLERAUSTAUSCH
Leitung: Heike M. Goetze, Katrin Hentschel, Milena Kaute, Sophia Godau
06. Juni 2018
Wer sagt, dass eine Schule ein Haus braucht?
Für die SCHOOLS OF NORMAL 2 entwickelt das Theater Neumarkt mit Künstler*innen, Zürcher Schulen und vor allem deren Schülerinnen und Schülern den Stundenplan der Zukunft. Nirgends treffen politische Entscheidungen und gesellschaftliche Phänomene direkter auf Lebensrealität als in der Schule. Die SCHOOLS OF NORMAL 2 ermöglichen nicht nur eine Begegnung zwischen Publikum und Schülern, sondern auch zwischen verschiedenen Zürcher Lebenswelten. Bitte pünktlich zur Einschulung erscheinen! 

DER SCHWINDEL UND SEIN GEGENTEIL
Komödie von Martin Heckmanns
In Kooperation mit den Festspielen Zürich
Regie: Simone Blattner
Uraufführung am 07. Juni 2018
Wer immer strebend sich bemüht... Es ist ein Klassiker: Martin Heckmanns hat in seiner beinahe tragischen Komödie den Prototyp eines Künstlers geschaffen. Ein Liedermacher, er könnte auch Dichter sein, bildender Künstler oder kritischer Bürger. Sicher ist nur: Er ist männlich, nicht mehr der Jüngste, bemüht um political correctness und gefangen in der Komplexität dieser Welt, mit der er ringt und an der er zu scheitern droht. Klimawandel, Kapitalismus, Feminismus, der Papst, eine Kuh und selbst der eigene Körper – die Geister der Vergangenheit und die Stimmen der Gegenwart holen ihn ein. Seltsame BesucherInnen bedrängen, verhören und konfrontieren ihn mit sich selbst: Er «Schleppt sich schwer / An den Rand der Bühne / Um an ihr wiederum sehr leicht zu wirken / Jetzt.» Der Kritiker, der Denker, der Künstler steckt fest, die Leichtigkeit droht ihm verloren zu gehen. Ausflüchte zu suchen ist einfacher, als Antworten zu finden, wenn sie nicht in der Sackgasse des Zynismus stecken bleiben sollen: Worüber redet die Kunst, wenn sie Welt sagt? Wer hat das Recht zu sprechen? Und zu wem? Und für wen? Welche Sprache kann der «alte weisse Mann» eigentlich noch finden? Oder muss er einfach gehen?

16