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Festival im Theater Neumarkt vom 13. bis 16. Dezember 2018


UNDERNATIONAL AFFAIRS ist ein Theaternetzwerk, das im Sommer 2016 im Maxim Gorki Theater gegründet wurde. Das Netzwerk versteht sich als internationale Allianz politischer Studio-Bühnen und kleinerer Theater, die sich im Kampf gegen rechtskonservative, neo-nationalistische und rassistische Strömungen in Europa verbündet haben. 

Die Mitglieder von UNDERNATIONAL AFFAIRS in Athen, Berlin, Chişinău, Istanbul,  Kiew, Sofia und Zürich sind vereint durch den Willen zum Widerstand gegen ideologisches Gedankengut. Die Kunstfreiheit beinhaltet für sie die Verteidigung des Rechts auf künstlerische Kritik und die Freiheit von Zensur. Gemeinsam fordern sie, dass demokratische Mechanismen europaweit etabliert und geachtet werden. Sie teilen den unbedingten Willen zur politischen Gegenwartskunst sowie eine gemeinsame Suche nach neuen ästhetischen Formaten, Stimmen und Arbeitsmethoden. Undernational meint eine subversive Haltung, die die Nation als gesellschaftliches Ordnungsmodell kritisch hinterfragt. Dem neu aufkommenden Nationalismus setzen wir ein translokales Bewusstsein zu den Konfliktzonen der Welt entgegen.

Das Netzwerk besteht neben dem Theater Neumarkt unter der Leitung von Peter Kastenmüller aus dem Studio Я (Berlin), der Experimental Stage / -1 (Athen), die unter der künstlerischen Leitung von Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris im Oktober 2015 neu gegründet wurde, dem Theater- und Performance-Zentrum GalataPerform (Istanbul), seit Jahren eine feste Instanz der alternativen Istanbuler Kunstszene, dem Theatre of Displaced People (Kiew) welches mit Formen des Dokumentartheaters hauptsächlich in den östlichen Regionen der Ukraine arbeitet, dem unabhängigen soziokulturellen Zentrum Red House Centre for Culture and Debate (Sofia), dessen Schwerpunkt die Verbindung von Kunst und Diskursformaten ist und dem politischen Kunstraum Teatru Spălătorie (Chişinău), geleitet von der Autorin Nicoleta Esinencu.

Der Kick-Off zur Gründung von UNDERNATIONAL AFFAIRS war ein gemeinsames Projekt zum Beginn des Jahres 2017 – eine internationale Ausgabe des im Studio Я etablierten Formats «Theater ist endlich ist Theater»: Die UNDERNATIONAL AFFAIRS schickten jeweils eine*n Autor*in und eine*n Regisseur*in nach Berlin, um innerhalb von 24 Stunden sechs Mini-Stücke zu inszenieren. Von Seiten des Theater Neumarkt waren Direktor Peter Kastenmüller und Autorin Katja Brunner vertreten. 

Gemeinsam mit dem Publikum sammelten sie Ideen, über Nacht wurden die neuen Texte geschrieben und dann mit Schauspieler*innen und Performer*innen aus Berlin bis zur Premiere am folgenden Abend inszeniert. Bericht im Deutschlandradio Kultur 

Vom 13. bis 16. Dezember 2018 findet im Theater Neumarkt das Festival UNDERNATIONAL AFFAIRS statt. 

Unter dem gemeinsamen Titel HAUNTED HOUSES. EINE MULTINATIONALE KOPRODUKTION ÜBER DIE UNMÖGLICHKEIT, EINE NATION REIN ZU HALTEN versammeln sich während des Festivals drei Produktionen des Netzwerks: Verschiedene Grenzkonflikte und Kriege zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei führten zwischen 1913 und 1923 zu Verträgen, die den «Bevölkerungsaustausch» zwischen den Feinden regelten – mit dem Ziel, reine und homogene Nationalstaaten zu produzieren.

Theaterkünstler*innen aus Sofia, Athen und Istanbul graben sich mit dokumentarischen Ansätzen in die Geschichte dieser Vertreibungswellen, erwecken enteignete Häuser und ihre Bewohner*innen wieder zum Leben. Über ein Jahr haben sie gemeinsam recherchiert und drei Stücke entwickelt, die in den jeweiligen Städten entstanden sind, aber miteinander korrespondieren. Gemeinsam zeigen sie, wie Forderungen nach Reinheit und Einheit heute denjenigen von damals erschreckend ähneln.

Alle Infos finden Sie im Dezember-Spielplan.

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