Future Per­fect Con­ti­nuous Tense

Kol­lek­ti­ves Online-Lesen von Slow Rea­ding Club

Future Per­fect Con­ti­nuous Ten­se ent­lehnt sei­nen Titel einer gram­ma­ti­ka­li­schen Zeit­form, die aus zwei Ele­men­ten besteht: dem Future Per­fect des Verbs «sein» (wird gewe­sen sein) und dem gegen­wär­ti­gen Par­ti­zip des Hauptverbs.

Zum Bei­spiel:
In drei Tagen wer­de ich drei Jah­re an mei­nem Schreib­tisch gear­bei­tet haben.
Um fünf Uhr wer­de ich fünf­und­fünf­zig Minu­ten geses­sen haben.
Wenn ich dreis­sig wer­de, wer­de ich seit dreis­sig Mona­ten Kla­vier gespielt haben.
Wenn sie vier­zig wird, wird die Revo­lu­ti­on vier Jah­re gedau­ert haben.

Eine Hand­lung in die­ser Zeit zu beschrei­ben bedeu­tet, uns in die Zukunft zu pro­ji­zie­ren, um auf die Dau­er einer Akti­vi­tät zurück­zu­bli­cken. Wir tre­ten in eine fik­ti­ve Zukunft ein, um sie zu abzu­si­chern — Spra­che als Stra­te­gie, um die Zeit in den Hän­den zu halten.

Der Slow Rea­ding Club (SRC) ist eine semi-fik­ti­ve Lese­grup­pe, die 2016 von der Cho­reo­gra­phin Brya­na Fritz und dem visu­el­len Künst­ler Hen­ry Ander­sen ins Leben geru­fen wur­de. Sie befas­sen sich mit kon­stru­ier­ten Situa­tio­nen für das kol­lek­ti­ve Lesen. SRC ver­sucht, den Über­tra­gungs­raum zwi­schen Text und Leser*in, Leser*in und Leser*in, Text und Text zu beset­zen und zu ero­ti­sie­ren. Und um gemein­sam im insta­bi­len Raum des Lesens selbst zu schwel­gen, um das zu ver­stär­ken, was Spivak «die mög­li­che Bedro­hung eines Rau­mes aus­ser­halb der Spra­che» nennt, der sich beim Lesen und in der Lie­be öffnet.

In Future Per­fect Con­ti­nuous Ten­se wer­den Stra­te­gien aus ihrer Pra­xis in den digi­ta­len Raum über­setzt und Zoom als Raum für das gemein­sa­me Lesen und inti­me Zusam­men­kom­men genutzt.
Jeder Abend wird als Pro­be oder Expe­ri­ment zum digi­ta­len, kol­lek­ti­ven Lesen insze­niert. Dabei wer­den Tex­te ver­wen­det, die die Zeit­form auf­bre­chen, um Kör­per, Gerä­te und Räu­me, die das Lesen umkrei­sen, neu zu gestalten.

Jede Sit­zung ist unab­hän­gig von den ande­ren. Teilnehmer*innen kön­nen an einem oder meh­re­ren Ses­si­ons teil­neh­men. Teilnehmer*innen, die sich am Sonn­tag vor jeder Sit­zung anmel­den, erhal­ten per Post ein Geschenk für die Lesung.

Eine Koope­ra­ti­on zwi­schen Caba­ret Vol­taire (Salo­me Hohl und Adam Jasper) und Neumarkt.