Hayat Erdo─ƒan┬®Flavio Karrer

leon pfan­nen­mül­ler

schau­spiel & kollaborateur*in

Was war dein letz­ter Traum?

Haha, wtf. Lass mich in Ruhe!

Wie schützt du dich?

Wir sind das Säu­ge­tier, das pro­por­tio­nal zum Gewicht mit dem meis­ten Kör­per­fett gebo­ren wird. Das wan­delt sich dann mit der Zeit um in eine Horn­haut aus Iro­nie und Garstigkeit.

Wenn du wäh­len müss­test: Love, Play oder Fight? 

Spie­len natür­lich, immer spie­len. Heißt doch nicht Schau­kämp­fen oder Schau­lie­ben, oder?

Was lernt man am Theater? 

Reden, reden, reden, zuhö­ren, zuhö­ren, zuhö­ren, reden, reden, reden, zuhö­ren, zuhö­ren, zuhö­ren … Das Thea­ter als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­schi­ne, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mons­ter, Kommunikationsmonstermaschine.

Ver­dient die Wirk­lich­keit Misstrauen?

Wel­che Wirk­lich­keit jetzt genau? (Haha, natürlich!)

Wie stehst du zu Pflan­zen, Tie­ren und Algorithmen? 

Ich gies­se und füt­te­re sie.

Glaubst du an die Wirk­sam­keit von Protest? 

Aber sicher.

Bist du käuf­lich? (Preis?) 

Nein! Ich arbei­te immer umsonst, was denkt ihr denn?

Was denkt ein Hund? 

Ist mir echt Wurst! Bin kein Hundemensch.

Wie ver­hältst du dich gegen­über Grenzen?

Geil, das könn­te jetzt aber auch echt so eine Assess­ment-Cen­ter Fra­ge sein. Wenn ich an eine Gren­ze sto­ße, dann ver­su­che ich sie zu über­win­den, Ser­geant. Oder ich bekom­me einen Kloß im Hals und rich­tig Schiss und will unter einer Bett­de­cke ver­schwin­den und in Embryo­nal­stel­lung lie­gen bis sich das Wet­ter ver­än­dert hat.

Hast du einen Dämon? 

Das ist so ein grie­chi­sches Haus­tier, oder?

Sind die Rän­der der Wirk­lich­keit diffus? 

Von wel­cher Wirk­lich­keit jetzt genau? (Haha, aber sicher!)

Braucht es einen Umsturz?

Aber sicher.

Bist du a) zu weich b) zu hart c) zu gut für die Welt?

Auf jeden Fall!!! Und umgekehrt.

Was ist die Zeit? 

Was ist sie nicht?

Was macht dir Angst? 

Die Vor­stel­lung, dass ich ster­ben wer­de und dann nicht mehr bin. Aber ich tschill jetzt erst­mal die base.

Wel­cher Illu­si­on gibst du dich ger­ne hin? 

Oft lau­fe ich mit der ulki­gen Vor­stel­lung her­um, ein frei­es, unab­hän­gi­ges, abge­schlos­se­nes Indi­vi­du­um zu sein.

Was wür­dest du dem Tod ger­ne ein­mal unter vier Augen sagen? 

Shit, ich befürch­te, er wird mich mit mei­nen eige­nen Augen anse­hen. Also ja, stimmt, ich rede manch­mal mit mei­nem Spie­gel­bild, aber meis­tens nur ziem­lich bana­les Zeug der Art: „Hey Alter, gibt’s dich auch noch.“ oder „Ich küs­se dei­ne Augen, Bruder.“

Bio­gra­fie

Leon Pfan­nen­mül­ler, 1986 in Nürn­berg gebo­ren, stu­dier­te von 2008 bis 2012 Schau­spiel an der Aka­de­mie für Dar­stel­len­de Kunst in Lud­wigs­burg. Bereits wäh­rend des Stu­di­ums spiel­te er als Gast am Tha­lia Thea­ter Ham­burg sowie am Gost­ner Thea­ter Nürn­berg und bei den Lud­wigs­bur­ger Schloss­fest­spie­len. 2012 insze­nier­te er «Das Toten­fest» nach einem Roman von Jean Genet im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten zu Charles De Gaul­le in Lud­wigs­burg. Von 2012 bis 2017 war Leon Pfan­nen­mül­ler Ensem­ble­mit­glied am Münch­ner Volks­thea­ter. Dort initi­ier­te und lei­te­te er den regel­mä­ßi­gen The­men­abend «Die gro­ße Schau». Eben­falls am Münch­ner Volks­thea­ter erar­bei­te­te er eine musi­ka­lisch-sze­ni­sche Adap­ti­on von Edu­ard Limo­nows Roman «Fuck off, Ame­ri­ka», die u.a. zum Kalt­start-Fes­ti­val Ham­burg ein­ge­la­den wur­de. Seit 2017 Film­essays für das online Maga­zin Tele­po­lis. Seit 2018 ist er als stän­di­ger Gast am Thea­ter­haus Jena tätig und arbei­tet mit dem nie­der­län­di­schen Kol­lek­tiv Wun­der­baum zusam­men. In der Spiel­zeit 2019/20 war er Ensem­ble­mit­glied am Neu­markt. Ab der Spiel­zeit 2020/21 wech­selt Leon ans Thea­ter­haus Jena und bleibt dem Neu­markt als asso­zi­ier­ter Künst­ler ver­bun­den. 

Foto ©Fla­vio Karrer