fle­shy inter­face: am ende der spra­che gibt es kei­nen unter­schied zwi­schen einem kör­per und einem vers

Vor­trag von Sen­thu­ran Varat­ha­ra­jah


Unse­re Spra­che der Lie­be ist eine kan­ni­ba­li­sche Spra­che. Wir spre­chen von Ver­ei­ni­gung, von Ver­bin­dung, von: Ver­schmel­zung. Wir sagen: Ich habe Dich zum Fres­sen gern. Oder: Ich will Dich auf­fres­sen.

Sen­thu­ran Varat­ha­ra­jahs zwei­ter Roman «Rot (Hun­ger)», der im Som­mer 2021 im S. Fischer Ver­lag erschei­nen wird, erzählt von einer Begeg­nung: von Armin Mei­wes, dem soge­nann­ten Kan­ni­ba­len von Roten­burg, der vor 19 Jah­ren Bernd Bran­des im Inter­net ken­nen­ge­lernt und ihn, wie zuvor ver­ein­bart, getö­tet, zer­teilt und Tei­le von ihm geges­sen hat­te.
«Das ist eine Lie­bes­ge­schich­te.» Mit die­sem Satz wird der Roman begin­nen. «Rot (Hun­ger)» erzählt von der Ein­sam­keit des Kör­pers, d.h.: von der Trau­er unse­res Mun­des. Von dem, was nach Batail­le am schwers­ten wiegt, daß die Ero­tik so eng mit der Ver­nich­tung ver­knüpft ist.

Im Eröff­nungs­vor­trag «Am Ende der Spra­che gibt es kei­nen Unter­schied zwi­schen einem Kör­per und einem Vers» spricht Varat­ha­ra­jah über die lite­ra­ri­schen und phi­lo­so­phi­schen Bedin­gun­gen der Mög­lich­keit sei­nes zwei­ten Romans, d.h. über eine Poe­tik der Zer­brech­lich­keit: über den Hun­ger und den Vers, und dar­über, wie die Spra­che unse­res Kie­fers immer nur eine Lie­bes­ge­schich­te erzählt.

in Zusam­men­ar­beit mit dem Lite­ra­tur­haus

Datum

25 Sep 2020
Expired!

Uhrzeit

18:00

Preis

45, 30, 15

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