Wir sind so ungeduldig uns vorzustellen, Sie endlich zu treffen. Wir haben besprochen, überlegt, geschreinert, geschneidert, geprobt und geschraubt. Übersetzt auch. Und getextet. Und jetzt sind wir fast bereit, gemeinsam Sprachen anzugehen, Fragen aufzuwerfen, zusammen nicht immer einverstanden zu sein. Wir werden Geschichten erzählen. Texte wird es geben. Und Autor*innen. Eine fast einfache Sache. Eigentlich wird es Theater geben. Wir werden so ein Theater machen! Es sind Schauspieler*innen da. Autor*innen, Regisseur*innen und viele mehr! Und Bühnenbilder. Also eigentlich nur zwei. Zwei Bühnen für NEUn Stücke. Und noch weitere in der Chorgasse.
Wenn es draussen unerklärlich und unerträglich wird, zieht mensch sich gerne zurück ins eigene Heim. Wenn es draussen gefährlich wird, macht mensch es sich wohlig warm in der Heimat. Und lässt den Lärm gerne vor der Tür, beschäftigt sich gerne mit sich selbst. Und seiner Neutralität. Immer gibt es eine Person, die noch ein bisschen woker ist als mensch selbst. Und diesen ganz persönlichen Bünzli, der den Wäscheplan auswendig kennt oder beim Kartonbinden ein Diplom hat. Überhaupt, ist perfekte pünktliche Mülltrennung woke oder bünzli? Aber vielleicht können wir ein bisschen mehr darüber reden, was es überhaupt zu verteidigen gäbe. Was haben wir noch Gemeinsames? Was haben wir so Schönes, Gutes, Warmes, Schmackhaftes, das uns zusammenhält und wert wäre, geteilt zu werden? Wann lachen wir zusammen? Schauen wir zurück und nach vorne, um etwas besser zu machen? In einer gemeinsamen Sprache? Jetziges, Altes, Zukünftiges, NEUes.
Liebes Publikum! Das alles gibt es da draussen, vor der Tür, hinter unseren Grenzen. Heute. Und wir machen heute Theater. Wir erzählen Geschichten. Geschrieben von Menschen. Jetzt. Hier. In der Schweiz, in Europa, und überall. Weil wir glauben, dass Theater ein Instrument der Betrachtung ist: Besser sehen, um anders zu verstehen. Die Seiten zu wechseln. Mal jemenschs Bünzli sein. Mal versuchen, ein bisschen woker zu denken. Unrecht haben, falsch machen, nicht ganz so denken, wie mensch sollte, genau das kann Theater gut. Die Welt zeigen, nicht wie sie ist, vielleicht wie sie sein könnte. Möglicherweise ein bisschen daneben. Aber in BUNT. Mit grossen Geschichten, lauten Worten, starken Gefühlen, hinreissenden Schauspieler*innen, immensen Autor*innen. Alles gross auf unseren (sehr) kleinen Bühnen.
Welcher Ort, wenn nicht ein ganz kleines Theater im Niederdorf kann besser das Heute in Frage stellen, verstellen, entstellen, abräumen und entrümpeln, um es dann vielleicht wieder ein bisschen schöner in die Vitrine zu stellen. Oder in den passenden Müllsack.



