NOUVELLE NAHDA

2. April 2020 (Premiere)

A Cross-cultural Renaissance Movement
NOUVELLE NAHDA
NOUVELLE NAHDA
Anna HofmannJeremy Nedd

Eine Zusammenarbeit zwischen Neumarkt Zürich und Station Beirut.

Jedes Jahr sucht das Neumarkt den internationalen Kontakt und Austausch mit Institutionen rund um die Welt. Welche Themen, welche Bedingungen, welche Überzeugungen prägen ihr Schaffen? Was haben wir dem jeweils anderen Publikum zu erzählen? Können wir – was? – voneinander lernen?  Welche Themen verbinden uns? Wie können Formen der Zusammenarbeit auf Augenhöhe und in Anerkennung unterschiedlicher Kontexte aussehen?

Den Anfang machen wir mit dem hybriden Kulturort Station in Beirut. Gemeinsam mit Nabil Canaan, Leitung Station, haben wir die libanesische Performance Szene erkundet. Entstehen wird eine Produktion, die in der künstlerischen Leitung der Regisseurin Antje Schupp verschiedene Künstler*innen aus Beirut und Ensemblemitglieder des Neumarkt zusammenbringt und sich auf die Suche nach einer neuen, transnationalen, cross-kulturellen Renaissance begibt. Ausgehend und inspiriert von Samir Kassir’s «Being Arab”, eines der relevanten Texte für die Station und Nabil Canaan’s Vision «arts for social change» wird die kollaborativ entstehende Arbeit unter dem Titel «Nouvelle Nahda», zugleich Hommage an Kassir aber auch Weiterführung zentraler Fragen, die mit dem Begriff der «nahda» (arab. Renaissance, Aufstehen) genauso verbunden sind wie der Idee gesellschaftlicher Veränderung durch die Künste.

Als wir uns im September noch die Frage stellten, ob kulturelle, künstlerische Bewegungen reale Kontexte verändern können, konnten wir noch nicht ahnen, dass bald darauf in Beirut Proteste stattfinden würden, die sich schon bald zu einer Bewegung ausdehnen sollten.

Um den Kunstkritiker John Berger zu zitieren, der die globalen Massenproteste von 1968 folgendermassen kommentierte: «Protest is primarily performative.» Es ist die Performance einer potentiellen Kraft der Protestierenden, ein Möglichkeitsraum, der sich dadurch öffnet, nicht nur für den Staat oder die Gesellschaft, aber für die Protestierenden selbst: es ist eine Möglichkeit, Visionen, Kritik, Wünsche und Träume zu repräsentieren – und das nicht für einen imaginären grossen Anderen, sondern ganz konkret und real. Self Empowerment für ein maximales Wir. Berger sagte: “The truth is that mass demonstrations are rehearsals for revolution: not strategic or even tactical ones, but rehearsals for revolutionary awareness.”

Alles ist verhandelbar, alles ist in Bewegung, die ökonomische Krise im Libanon ist real, Korruption und Unterdrückung sind real, die Forderungen der Protestierenden sind real.

«Nouvelle Nahda», eine semi-fiktionale Bewegung, begibt sich mit auf die Suche in einer real-politischen Situation, die angespannt und voller Potentiale ist. Gibt es eine kollektive Katharsis, gibt es Solidarität und können wir etwas verändern?

 

Theater

Produktion

Von & mit:
Myriam Boulos, Nabil Canaan, Hayat Erdoğan, Anna Hofmann, Sophie Krayer, Ayman Nahle, Yara Bou Nassar, Jeremy Nedd, Ibrahim Nehme, Antje Schupp, Nour Sokhon
Konzept & Regie:
Antje Schupp
Ausstattung:
Sophie Krayer
Video
Ayman Nahle
Sound Artist
Nour Sokhon
Reportage
Ibrahim Nehme
Fotografie
Myriam Boulos
Dramaturgie
Inhaltliche Beratung
Nabil Canaan
Regieassistenz
Dramaturgiehospitanz
Sarah Calörtscher

Schauspieler

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Yara Bou Nassar
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