#BigDreams

Bri­an ist der bekann­tes­te Häft­ling der Schweiz. Kei­ne Zei­tung, kein Fern­seh­for­mat in der Schweiz hat nicht über den «Fall Car­los» berich­tet. «Car­los» wur­de zum Syn­onym für «gemein­ge­fähr­lich», «Sozi­al-Wahn» und «Kuschel­jus­tiz» und damit zur Pro­jek­ti­ons­flä­che einer Medi­en­land­schaft, die immer stär­ker auf Click­baits setzt. Für die­ses ein­träg­li­che Geschäft rief die Blick-Redak­ti­on sogar eine eige­ne Rubrik «Fall Car­los» ins Leben. Wäh­rend das Medi­en­thea­ter immer gro­tes­ke­re Züge annahm und einem Regie­rungs­rat den Job kos­te­te, wirk­te sich der öffent­li­che Druck auf die Haft­be­din­gun­gen des damals nicht mal Zwan­zig­jäh­ri­gen Bri­an aus. Acht Jah­re spä­ter sitzt er wie­der und immer noch im Gefäng­nis – seit drei Jah­ren in Iso­la­ti­ons­haft – was sogar den UNO-Son­der­be­richt­erstat­ter auf den Plan geru­fen hat.

#BigDreams eröff­net ein neu­es Kapi­tel im Medi­en­thea­ter um Bri­ans Fall. Die­ses Mal folgt das Script nicht der Dra­ma­tur­gie der Bou­le­vard­pres­se, son­dern eig­net sich die­se an. Wie kann und muss eine demo­kra­ti­sche Gesell­schaft dar­auf reagie­ren? Die­ser Fra­ge geht das Pro­jekt #BigDreams mit den Mit­teln der Kunst in fünf Akten nach.

«Wenn Bri­an im Gefäng­nis stirbt, stirbt die Demo­kra­tie.»
(ein anonym blei­ben­der Experte)

 

Was bis­her geschah:

Pro­log: Wir schau­en hin
#BigDreams star­te­te im Mai mit einem Pro­log vor dem Zür­cher Ober­ge­richt. Wäh­rend über Bri­ans Haft und mög­li­che Ver­wah­rung ver­han­delt wur­de, ver­han­del­ten eini­ge Medi­en unbe­irrt ihre seit 2013 eta­blier­ten Nar­ra­ti­ve zum «Car­los dem Inten­siv­tä­ter» wei­ter. #BigDreams schaf­fen mit ihrem Cri­ti­cal New­sti­cker eine Gegen­per­spek­ti­ve, ord­nen die Bericht­erstat­tung ras­sis­mus­kri­tisch ein und bezie­hen Stel­lung zum Gerichtsverfahren.

1. Akt: Mein Name ist Bri­an
Im 1. AKT spricht Bri­an selbst. Mein_Name_ist_Brian heisst Bri­ans Insta­gram­ka­nal, den er live aus der Iso­la­ti­ons­haft betreibt. Fol­low Brian!

2. Akt: $$$$ELL­OUT CAR­LOS
Im 2. AKT ver­schmel­zen Bri­ans Erfah­run­gen und Medi­en­kri­tik zur Real­fik­ti­on: Wäh­rend Jah­ren hat der Blick mit dem Label «Car­los» Mil­lio­nen ver­dient. Doch nun erhebt Bri­an Anspruch auf sei­ne Rech­te an die­sem «Mil­li­on-Dol­lar-Click­bait-Baby» und ver­kauft sel­ber «Carlos»-Produkte. Mit dem Erlös soll eines Tages der Blick auf­ge­kauft wer­den, damit so etwas nie wie­der pas­sie­ren kann.

3. Akt: SWISS QUA­LI­TY TOR­TU­RE
Im 3. AKT kon­zen­triert sich #BigDreams auf Bri­ans Haft­re­gime heu­te: Die Fol­ge aus dem toxi­schen Zusam­men­spiel aus Medi­en, Poli­tik und Öffent­lich­keit, die in einem men­schen­rechts­ver­let­zen­den Straf­voll­zug mün­de­te. Mit der Instal­la­ti­on «SWISS QUA­LI­TY TOR­TU­RE» wer­den städ­ti­sche Plät­ze im Kan­ton Zürich bespielt und die Öffent­lich­keit mit den Fol­gen des seit acht Jah­re andau­ern­den Medi­en­thea­ters kon­fron­tiert: Wie kann und muss eine demo­kra­ti­sche Gesell­schaft auf die Fol­ter im Zür­cher Straf­voll­zug reagieren?

 

Nach dem 3. Akt Swiss Qua­li­ty Tor­tu­re kommt #BigDreams auf die Büh­ne am Neu­markt:
Vom 16. bis 19. Novem­ber arbei­ten, dis­ku­tie­ren und per­for­men Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen am Neu­markt zu Bri­ans Big Dreams für eine dis­kri­mi­nie­rungs­freie Gesell­schaft, gegen staat­li­che Fol­ter für einen demo­kra­ti­schen Rechtsstaat.

 

#BigDreams ist ein diver­ses Kol­lek­tiv von Künstler:innen, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die sich seit ein­ein­halb Jah­ren mit Bri­ans Fall aus­ein­an­der­set­zen und sich eigens dafür gegrün­det hat. Bri­an sel­ber ist Mit­glied von #BigDreams, alle For­ma­te wur­den gemein­sam mit ihm kon­zi­piert und umgesetzt.

Novem­ber 2021
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Von und mit:

Sebas­ti­an Aeschli­mann, Sabi­na Aeschli­mann, tobi­bi­enz, Bite Toys, Ben­ja­min Bur­ger, Jac­que­line Daunois, Yuvvi­ki Dioh, Rahel El-Maawi, Danie­la Guse, Han­nah Gott­schalk, Maria­na Grü­nig, Anouk Haue­ter, Helm­haus Zürich, humanrights.ch, Bri­an Kel­ler, Micha­el Mei­li, Fati­ma Mou­mouni, David Müh­le­mann, Mbe­ne Mwam­be­ne, Thea­ter Neu­markt (Dra­ma­tur­gie, Werk­stät­ten & Ensem­ble), Vic­to­ria Papa­gni, Edi­son Rami­rez, Dani­el Rini­ker, Dimi­tri Rou­gy, Gon­za­lo Sil­va, Jolan­da Spiess-Hegglin, Eva Willenegger

PRO­DUK­TI­ONS­TEAM

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