jörg schwah­len

pro­duk­ti­ons­lei­tung

Hast du einen Dämon?

Ja. Er heisst Frie­de­mann und wohnt bei mir im Kreis 3 im Wäsche­korb. Er hat unge­pfleg­tes Haar und gros­se Ohren, frisst ger­ne Zim­mer­pflan­zen, putzt sich unger­ne die Zäh­ne und schnarcht. Er ist wahn­sin­nig schnell belei­digt, nach­tra­gend und trot­zig. Er lacht in sei­ner Frei­zeit ger­ne Gul­li­de­ckel aus. Wei­tes­ge­hend stu­ben­rein beisst er nicht mehr so viel wie frü­her. Er wür­de für sein Leben ger­ne Latz­ho­sen tra­gen. Schön blau.

Was kon­trol­liert dich? 

Frie­de­mann.

Wie stehst du zu Pflan­zen, Tie­ren und Algo­rith­men?

Wenn Frie­de­mann die Pflan­zen nicht immer fres­sen wür­de, hät­te ich viel­leicht wel­che, aber dann nur pfle­ge­leich­te, Kak­teen vielleicht…wenn ich mir ein Tier aus­su­chen dürf­te, dann wür­de ich das Zwei­fin­ger­faul­tier, die Gold­nackt­mul­le, den Kobold­ma­ki, den Axolo­tl (eigent­li­cher Quer­zahn­molch), zwei Pan­da­bä­ren und irgend­was mit Eule neh­men. Und dann viel­leicht noch einen Grot­ten­olm, damit der Axolo­tl auch jeman­den zum Spie­len hat.

An Algo­rith­men gefal­len mir grund­sätz­lich die vie­len, wohl­ver­dien­ten Ein­zel­schrit­te, die als ein­deu­ti­ge Hand­lungs­vor­schrift zur Lösung eines Pro­blems die­nen. Mit ihrem Deter­mi­nis­mus kann ich mich aber schwer anfreun­den, da ich grund­sätz­lich nicht an Vor­be­stimmt­heit glau­be.

Was macht dir Angst?

Ein­sam­keit. Eng­stir­ni­ges, stumpf­sin­ni­ges Mensch­sein. Jede Form von Gewalt. Zahn­arzt und die Vor­stel­lung aus einem Flug­zeug sprin­gen zu müs­sen.

Wenn du nicht am Thea­ter arbei­ten wür­dest, dann…?

…wür­de ich eine Aus­bil­dung zum Trüf­fel­schwein machen und mir eine gol­de­ne Nase ver­die­nen. Oder Kin­der­bü­cher schrei­ben.

Lie­be oder Geld?

War­um ODER? UND!

Für was lohnt es sich zu kämp­fen?

Gleich­be­rech­ti­gung. Gerech­tig­keit. Ehr­li­che, auf­rich­ti­ge Freund­schaft. Gesund­heit.

Und vor allem für die Lie­be. Klingt pathe­tisch. Ist aber so.

What would you ask death in pri­va­te?

Good par­ty down the­re?

Bio­gra­fie

Jörg Schwah­len, gebo­ren 1980, stu­dier­te Sozia­le Arbeit und Thea­ter­päd­ago­gik in Frei­burg im Breis­gau und arbei­te­te von 2006 bis 2011 als Regie­as­sis­tent am Düsseldorfer Schau­spiel­haus und am Schau­spiel­haus Zürich u. a. mit Bar­ba­ra Frey, Karin Hen­kel, René Pol­lesch, Danie­la Löff­ner und Amé­lie Nier­mey­er. 2009 bis 2015 ent­stan­den eige­ne Regie­ar­bei­ten u. a. am JSH Düsseldorf, Schau­spiel­haus Zürich, Grips Thea­ter und Dschun­gel Wien. 2015/16 kehr­te er ans Schau­spiel­haus Zürich zurück und wirk­te an den Pro­duk­tio­nen von Bar­ba­ra Frey mit. 2016 bis 2019 arbei­te­te er eben­dort als Assis­tent der künstlerischen Betriebs­di­rek­to­rin und als Pro­duk­ti­ons­lei­ter. Seit der Spiel­zeit 2019/20 ist er Pro­duk­ti­ons­lei­ter am Neu­markt.

Foto ©Fla­vio Kar­rer