Hayat Erdo─ƒan┬®Flavio Karrer

Man­dy abou shoak

kollaborateur*in

Wofür lohnt es sich zu kämpfen?

Ich fin­de es lohnt sich für Gerech­tig­keit für kämp­fen, manch­mal wird dabei ver­ges­sen, dass das Ziel schließ­lich immer Frie­den sein soll­te. Ich arbei­te in einer Schu­le. Dort sind Gerech­tig­keit und Unge­rech­tig­keit Dau­er­the­ma. Kin­der sind sehr sen­si­bel in Hin­blick auf Unge­rech­tig­kei­ten. In der Schu­le ler­nen sie aber oft, dass das Leben nicht fair ist. In mei­ner Tätig­keit als Sozio­kul­tu­rel­le Ani­ma­to­rin ver­su­che ich dem ent­ge­gen zu arbei­ten. Ich ver­su­che ihr Unge­rech­tig­keits­emp­fin­den ein­zu­ord­nen und ihnen Hand­lungs­op­tio­nen auf­zu­zei­gen. Mein Mas­ter­stu­di­um Sozia­le Arbeit als Men­schen­rechts­pro­fes­si­on hilft mir dabei.

Mit wem unter­hältst du dich am liebs­ten?
Mit mei­nem Vater. Mein Vater ist Jour­na­list. Er hat sich als einer der ers­ten gegen die ehe­ma­li­ge suda­ne­si­sche Regie­rung gestellt und wur­de meh­re­re Male inhaf­tiert. Heu­te 30 Jah­re spä­ter sieht er sei­ne Visi­on von einem demo­kra­tisch regier­ten Land in Erfül­lung gehen. Mein Vater ist mei­ne gröss­te Inspi­ra­ti­on. Sowohl in sei­ner Beschei­den­heit als auch in sei­ner uner­müd­li­chen Aus­dau­er und Lie­be. 

Wor­auf bist du stolz?
Ich bin stolz auf mei­ne Mut­ter. Als wir vor 28 Jah­ren in die Schweiz geflüch­tet sind, hat­ten wir nichts. Mei­ne Mut­ter hat unter schwie­rigs­ten Rah­men­be­din­gun­gen (mit zwei Kin­dern, kein Deutsch, kein Geld) das Gym­na­si­um absol­viert, Zahn­me­di­zin stu­diert, ihre eige­ne Pra­xis eröff­net und ein Haus gebaut. Mei­ne Mut­ter ist eine uner­müd­li­che Kämp­fe­rin und dar­auf bin ich sehr stolz. Sowohl mein Vater als auch mei­ne Mut­ter haben uns gezeigt, dass alles mög­lich ist. 

Bio­gra­phie

Man­dy Abou Shoak,1989 in Khartum/Sudan gebo­ren. mus­lim­si­che, ras­sis­mus­kri­ti­sche, femi­nis­ti­sche Akti­vis­tin, Sozio­kul­tu­rel­le Ani­ma­to­rin FH. Erfri­schend unbequem.